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Rotterdam? Wieso Rotterdam? Aus irgendeinem Grund hat sich der Tourismus in den Niederlanden auf Amsterdam eingeschossen – es ist der HotSpot der jugendlichen Kiffer-Kultur weltweit. Daran ist soweit nichts auszusetzen, Amsterdam sollte man erlebt haben.
Allen, die sich neben Nachtleben und Coffee Shops auch noch für etwas anderes interessieren, kann ich aberauch Rotterdam nur empfehlen! Du brauchst Argumente?
  • Übernachtungen sind in Rotterdam wesentlich günstiger als in vielen anderen Orten in Amsterdam, sogar in der Innenstadt, von der aus du bequem zu Fuß viele interessante Punkte erreichen kannst.
  • Rotterdam ist, selbst in der Hochsaison, nicht so überfüllt wie Amsterdam.
  • Die Stadt ist eine einzige Gallerie außergewöhnlicher Architektur, angefangen beim Hauptbahnhof. Selbst wenn du dich nicht dafür interessierst, wirst du staunen!
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Das solltest du nicht verpassen:
Ein Beispiel für die ungewöhnliche Architektur in Rotterdam ist der Hauptbahnhof ‚Rotterdam Centraal‘. Er ist gerade erst fertig gestellt und am 13. März 2014 vom niederländischen König feierlich eröffnet worden. Das Bahnhofsgebäude mag von außen gewollt exzentrisch aussehen, bietet aber von innen für einen Bahnhof sehr viel Platz, eine große Bahnhofsvorhalle – und die längste Videoleinwand, die ich in meinem Leben bisher gesehen habe! Das Breitbildigste aller Breitbildformate ist hier geboren worden – 16:9 kann nach Hause gehen…
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Der Zoo und Botanische Garten von Rotterdam ‚Diergaarde Blijdorp‚ hat einen guten Ruf. Er gilt als einer der besten Tierparks in den Niederlanden, der nicht aus Käfigen sondern aus Themenbereichen besteht (ein Themen bereich pro Kontinent). Er ist also sowieso schon einen Besuch wert – vor kurzem hat er zusätzlich noch unbezahlbar gute Publicity bekommen: Ein ehemaliger Zoomitarbeiter, der nun sterbenskrank ist, hat sich in einer herzerwärmenden Szene von seinen Giraffen, die er viele Jahre gepflegt hat, verabschiedet. Das ist ihm von der niederländischen Hilfsorganisation „Ambulance Wens“ (engl.: „Ambulance Wish Foundation“) ermöglicht worden. Die „Ambulance Wish Foundation“ ist eine Hilfsorganisation, die versucht, schwer kranken Menschen ihren letzten Wunsch zu erfüllen. Sie transportiert Kranke in Fußballstadien oder ermöglicht es ihnen, sich von ihrer Familie zu verabschieden. Die Stiftung wurde im Jahr 2007 gegründet.
Hier findest du das Foto von dem bittersüßen, halb traurigen, halb dankbaren Abschied, auf der Website der Ambulance Wens: http://www.ambulancewens.nl/wensen/2014/03/139-de-kus-van-de-giraf
Das Künstlerviertel, oder vielmehr die Künstlerstraße: Witte de Withstraat. In den Schaufenstern der Gallerien „Witte de With“ und „TENT“ gibt es stets zeitgenössische, moderne Kunst zu sehen – ob Gemälde, Skulptur oder Installation. Früher war die Witte de Withstraat ein Rotlichtviertel – das merkt man ihr noch an, denn zwischen den Gallerien wimmelt es von Bars, Kneipen, ungewöhnlichen Locations und jungen Leuten. Für den etwas alternativeren Geschmack ist als Locations das WORM zu empfehlen – allerdings ist das Programm sehr wechselhaft: Fast täglich finden Konzerte, Filmvorführungen, Performances, Infoabende oder Workshops statt. Das WORM ist ein Multimedia-Zentrum für Musik und Medienkunst außerhalb des Mainstreams, das sich selbst „Institut für avantgardistische Erholung“ („instituut voor avantgardistische recreatie“) nennt.
Der Euromast ist ein Aussichtsturm und gehört zum Standardprogramm in Rotterdam. Aus der hochfahrenden, verglasten und rotierenden Plattform hat man eine tolle Aussicht. Der Turm liegt direkt am Rande des Parks (‚Het Park‘), der auch einen Spaziergang wert ist. Inzwischen bietet der Euromast auch abenteuerlustigeren Touristen neue Attraktionen: Man kann sich z.B. vom Euromast aus mehr als 100m Höhe abseilen. Auf einer Plattform des Turm gibt es inzwischen nicht mehr nur ein Restaurant, sondern auch ein Mini-Hotel.
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Einmalige Architektur – Wohnraum und Kunstobjekt zugleich: Die Kubushäuser zwischen Marktplatz und Altem Hafen. Sie wurden vom niederländischen Architekten Piet Blom entworfen und zwischen 1978 und 1984 gebaut. In den einzelnen Wohnwürfeln sind teilweise Privatmieter, teilweise Geschäfte, eine Kunstgallerie, ein Hostel – und einer der Würfel ist ein Wohnmuseum, in dem man das beispielhafte Interieur solch einer Wohnung besichtigen kann (Eintritt: ca. 3 Euro, www.kubuswoning.nl).
Ein Stück weiter, am Alten Hafen (‚Oude Haven‚), kann man Europas ersten Wolkenkratzer bestaunen: Das ‚Witte Huis‚.
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Das ‚alte Holland‘, das man sich typischerweise vorstellt, findet man am ehesten im Stadtteil Delfshaven. Von hier aus sind in den vergangenen Jahrhunderten viele Pilgerschiffe zur Überfahrt nach Amerika, in die ’neue Welt‘ ausgelaufen. Zu sehen gibt es hier typische alte Gebäude, Kaufmannshäuser und eine Windmühle rund um den Museumshafen – und natürlich Museen, in denen man mehr über die Geschichte der Pilger erfahren kann.
Auch kulinarisch hat Rotterdam einige Highlights zu bieten – abseits von den typisch holländischen Essenkiosken für frittierte Fast-Food-Spezialitäten wie Frikandel, Fleischkrokette, Bamischeibe & Co.:
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Im Hotel Bazaar in der Witte de Withstraat kann man nicht nur übernachten wie in 1001er Nacht, sondern auch in detailreich gestaltetem Ambiente großartig essen: Die Karte setzt sich aus afrikanischen und arabischen Gerichten zusammen, auch Vegetarier werden hier gut fündig. Trotz der Beliebtheit (für abends ist eine Reservierung ratsam!) und der hohen Qualität der Speisen kann man hier recht günstig satt werden.
Einen Teil der Ausstattung, wie etwa die marokkanischen Lampen, kann man an der Rezeption auch kaufen. – www.hotelbazar.nl
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Im Open Cafe (Jacobusstraat 215) gibt es eine ordentliche Auswahl an vegetarischen und organischen Gerichten, hauptsächlich Italian-style (Pasta und Salate), außerdem auch frische Sandwiches & Toasties. Das Restaurant ist relativ klein, es kann schwer werden, ohne Reservierung einen Platz zu bekommen – aber die Location lohnt einen Abstecher, das Haus mit dem echten, alten Holzboden und den dazu passenden Tischen und Stühlen hat einfach Charme. – http://open-restaurant.eu
Für den schnellen Happen zwischendurch in der Innenstadt kann man statt auf Frikandel und Friet Spezial auch auf ein Italienisches Panini zurückgreifen: Der Panini-Stand (Panini Italiaanse Broodjeszaak“, Binnewegplein 7c) mitten in der Einkaufsstraße ist bekannt für seine gute Qualität und authentische italienische und mediterrane Zutaten, z.B. Mortadella, Chorizo, Pesto, Basilikum und getrocknete Tomate.
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Für eine Kaffeepause empfiehlt sich das Café Dudok – es erinnert an ein Kaffeehaus, wie man es in Österreich oder Ungarn vermuten würde. Es befindet sich in einem großen Raum mit hohen Decken, und hat sogar eine „Lesetheke“ – wie in einer Bibliothek kann man sich hier hinsetzen um eine der Zeitungen zu lesen, die hier aushängen, gemütlich mit Kaffee und Kuchen. – http://www.dudok.nl
– und ja: Es gibt in Rotterdam auch Coffee Shops!

1 Kommentar

  1. Schöner Bericht! Rotterdam steht auch schon länger auf meiner Liste, allerdings habe ich es bisher nur bis Amsterdam und Den Haag geschafft. Letzteres ist auch ein tolles Reiseziel, vor allem für Leute, die politisch interessiert sind.

    Herzlich,
    Anna

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